Gesundheits-Ministerin Gerlach informiert über Proben und aktuelle Einstufung. Online-Karte weist 375 EU-Badestellen an rund 290 Seen aus.
(ty) Die Wasser-Qualität in den Badeseen im Freistaat ist fast überall gut oder sogar ausgezeichnet. Darauf hat die bayerische Gesundheits-Ministerin Judith Gerlach am heutigen Mittwoch hingewiesen. Die neue Bewertung der Badegewässer durch das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittel-Sicherheit (LGL), die auf längerfristigen Daten beruht, wird laut Mitteilung aus dem Ministerium durch aktuelle Wasserproben bestätigt. Die Online-Badegewässer-Karte des LGL weise alle 375 EU-Badestellen an zirka 290 Seen in Bayern aus; weitere Informationen dazu sowie eine Übersicht gibt es unter diesem Link.
"Bayerns Badeseen bieten auch in diesem Jahr eine wunderbare Möglichkeit, die warmen Tage zu genießen", sagt Gerlach, betont aber zugleich: "Es ist jedoch sehr wichtig, beim Schwimmen unnötige Risiken zu vermeiden." So könne gerade bei hohen Temperaturen ein Sprung in kaltes Wasser Herz-Kreislauf-Probleme auslösen. "Außerdem muss konsequent auf die Sicherheit von Kindern geachtet werden", so die Ministerin.
Nach der aktuellen Bewertung des LGL sind laut bayerischem Gesundheits-Ministerium mehr als 96 Prozent der 375 EU-Badestellen in Bayern als "ausgezeichnet" oder "gut" eingestuft. Drei Badestellen erhielten eine Einstufung als "ausreichend" (zwei Badestellen am Meerhofsee im unterfränkischen Alzenau sowie die Badestelle am Krebsensee im unterfränkischen Knetzgau-Westheim) und eine Badestelle als "mangelhaft" (Badestelle Riemer-See-Nordufer in München).
Zehn weitere Badestellen besitzen nach Angaben des Ministeriums gegenwärtig keine Einstufung, da bei diesen noch nicht die erforderliche Anzahl an Untersuchungs-Ergebnissen vorliegt. "Aber auch an diesen Badestellen weisen die bisher für dieses Jahr vorliegenden LGL-Ergebnisse auf eine gute Wasser-Qualität hin", heißt es weiter.
Das LGL habe in diesem Jahr seit Ende April insgesamt 750 Wasserproben mikrobiologisch untersucht. Gerlach erläuterte dazu heute: "Schlechte Wasser-Qualität kann zu Magen-Darm-Erkrankungen führen. Die Gesundheitsämter überwachen daher im Sinne des Gesundheits-Schutzes der Badegäste die bayerischen EU-Badestellen in der Bade-Saison." Die Behörden entnehmen kurz vor und während der Bade-Saison von Ende April bis 15. September insgesamt sechs Mal Wasserproben aus den Badeseen.
Das LGL überprüfe die eingesandten Wasserproben auf die Darmbakterien "Escherichia coli" und "Intestinale Enterokokken". Bestehe für bestimmte, dafür anfällige Seen der Verdacht, dass Cyanobakterien (Blaualgen) in höherer Konzentration vorkommen, würden die Wasserproben zusätzlich auf Cyanobakterien untersucht. Als Folge des Klimawandels und steigender Durchschnitts-Temperaturen könnten laut Ministerium in Zukunft mehr Probleme mit Blaualgen auftreten.
Für vereinzelt schlechtere Messergebnisse könne es verschiedene Ursachen geben. Typische Auslöser dafür könnten Verunreinigungen durch Starkregen oder durch Wasservögel sein. Werden zu hohe Werte festgestellt, ergreife das zuständige Gesundheitsamt die erforderlichen Maßnahmen. Wenn es unvermeidlich sei, könnten auch Bade-Verbote ausgesprochen werden.
Professor Christian Weidner, Präsident des bayerischen Landesamts für Gesundheit und Lebensmittel-Sicherheit, sagt: "Allen, die gerne in bayerischen Seen baden gehen wollen, können wir einen Besuch der LGL-Online-Badegewässer-Karte empfehlen. Sie gibt einen Überblick über die Badestellen, die von den Gesundheitsämtern regelmäßig kontrolliert werden. Nutzerinnen und Nutzer gelangen über diese Karte außerdem zu den Seiten der Kreisverwaltungs-Behörden, wo sie sich über aktuelle Untersuchungs-Ergebnisse der einzelnen Badeseen informieren können."





