Daten vom Deutschen Wetterdienst und Foto-Impressionen aus der Hallertau von Ludwig Schrätzenstaller.
(ty) Nach einem sehr warmen Start in den Juni folgte ein Temperatur-Dämpfer, bevor sich im weiteren Verlauf hochsommerliche Bedingungen durchsetzten. Gegen Monats-Ende stellte sich über Mitteleuropa eine so genannte Omega-Wetterlage ein, die die Großwetterlage maßgeblich prägte: Dabei wird, so erklärt der Deutsche Wetterdienst (DWD), ein stabiles Hochdruck-Gebiet von zwei Tiefdruck-Gebieten flankiert und bildet in der Höhen-Strömung ein Muster, das an den griechischen Buchstaben "Omega" (Ω) erinnert. Solche Wetterlagen führen laut DWD häufig zu einer blockierten atmosphärischen Zirkulation, wodurch sich Wetter-Verhältnisse über mehrere Tage oder sogar Wochen kaum verändern.
Dies begünstigte nach Angaben der Experten im zu Ende gegangenen Juni in Deutschland eine außergewöhnlich intensive und anhaltende Hitzewelle mit verbreitet hoher thermischer Belastung. Nach vorläufigen Messungen wurden dabei verbreitet sehr hohe Temperaturen registriert: Sogar der deutschlandweite Allzeit-Rekord wurde nach vorläufigen Ergebnissen mit 41,7 Grad Celsius in Neißemünde-Coschen (Brandenburg) am 28. Juni geknackt. Die Niederschläge waren regional sehr unterschiedlich verteilt und in der Summe unterdurchschnittlich. Die Sonne schien den vierten Monat in Folge mehr als im Klima-Soll. Das meldet der Deutsche Wetterdienst (DWD) nach vorläufigen Auswertungen der Ergebnisse seiner rund 2000 Mess-Stationen.


Der erste meteorologische Sommer-Monat war heuer von starken Temperatur-Kontrasten geprägt. In der Bilanz war der Juni laut DWD mit einem Temperatur-Mittel von 19,5 Grad außergewöhnlich warm und belegt damit nach aktuellen Auswertungen Platz zwei – nur 2019 war es mit 19,8 Grad noch wärmer. Die Abweichung gegenüber dem Wert der international gültigen Referenz-Periode von 1961 bis 1990, für die 15,4 Grad zu Buche stehen, lag bei 4,1 Grad. Selbst der Vergleich mit der aktuellen und wärmeren Vergleichs-Periode von 1991 bis 2020 mit 16,4 Grad offenbart einen deutlichen Überschuss von 3,1 Grad. Zur Monats-Mitte war man davon jedoch weit entfernt, denn nach einem warmen Start folgte vorübergehend ein verhältnismäßig kühler Witterungs-Abschnitt mit dem deutschlandweiten Minimum von 1,0 Grad am 15. Juni in Meßstetten-Appental (Baden-Württemberg).
Anschließend etablierte sich in der dritten Dekade vor allem in den westlichen Landesteilen eine Hitzewelle mit extrem heißer und feuchter Luft aus südlichen Gefilden. Am Oberrhein gab es laut DWD beispielsweise acht bis zehn "Sehr heiße Tage" (Maximum der Lufttemperatur ≥ 35 Grad ). Am 27. Juni wurde deutschlandweit an 46 Stationen die 40-Grad-Marke geknackt. Der Monats-Höchstwert und vorläufig gleichzeitig der deutschlandweite Allzeit-Rekord wurde am 28. Juni in Neißemünde-Coschen (Brandenburg) mit 41,7 Grad gemessen. In vielen Regionen purzelten die Monats-Rekorde, teils auch die Allzeit-Rekorde für die Höchstwerte. In den Nächten war es zum Monats-Ende oftmals tropisch warm mit Tiefstwerten deutlich über 20 Grad, örtlich über 25 Grad. Auch der vorläufige Wert des höchsten jemals gemessenen Tiefstwerts stammt mit 29,4 Grad in Kubschütz (Sachsen) aus diesem Juni.


Zum Ende des ersten meteorologischen Sommer-Monats wurden rund 66 Liter pro Quadratmeter (l/m²) an Niederschlag registriert. Damit war es im Juni trockener als im langjährigen Mittel; gegenüber der Referenz-Periode 1961 bis 1990 (85 l/m²) fiel etwa ein Fünftel weniger Niederschlag. Selbst im Vergleich mit der aktuelleren und trockeneren Referenz-Periode 1991 bis 2020 (76 l/m²) ergibt sich laut DWD ein Defizit von etwa 13 Prozent. Die Niederschläge waren dabei sehr inhomogen verteilt. Während am Alpenrand und im äußersten Nordwesten 120 bis 180 l/m² fielen, waren es am Mittel- und Oberrhein, in Unterfranken und im Großraum Berlin nur 15 bis 30 l/m². Punktuell kam bei heftigen Gewittern, die vor allem am Monatsende auftraten, lokal der gesamte Monatsniederschlag in kurzer Zeit vom Himmel. Die höchste Tagesniederschlagssumme gab es am 27. Juni mit 77,2 l/m² in Erfde (Schleswig-Holstein).
Nachdem bis zur Monats-Mitte lediglich knapp 90 Sonnenstunden zu Buche standen, legte sich das Zentralgestirn in der zweiten Juni-Hälfte ordentlich ins Zeug und damit gab es nach DWD-Erkenntnissen insgesamt rund 248 Sonnenstunden. Das waren den Angaben zufolge über 20 Prozent mehr als in der Referenz-Periode 1961 bis 1990 mit 203 Stunden. Auch im Vergleich mit der jüngeren Referenz-Periode 1991 bis 2020 mit 216 Stunden ergab sich noch eine positive Abweichung von 15 Prozent. "Der Juni war der vierte Monat in Folge, der deutlich sonniger ausfiel als im vieljährigen Mittel", fasst der Deutsche Wetterdienst zusammen.


Im Freistaat Bayern war es laut DWD in einem Juni bisher nur einmal – im Jahr 2003 – wärmer als in diesem Jahr. Die Mittel-Temperatur lag bei 19,7 Grad und damit fast fünf Grad über dem vieljährigen Mittel der Referenz-Periode 1961 bis 1990 mit 14,9 Grad. Nach einem warmen Start erfolgte zum Ende der ersten und zum Beginn der zweiten Dekade ein jäher Absturz mit Maxima im Bereich der 15-Grad-Marke, bevor ab Monats-Mitte mit zwölf bis 15 "Heißen Tagen" (Maximum der Lufttemperatur ≥ 30 Grad) am Stück eine außergewöhnliche Hitzewelle einsetzte.


Der Monats-Niederschlag fiel diesen Juni in Bayern deutlich unterdurchschnittlich aus, denn rund 73 l/m² entsprachen nur zu zwei Dritteln dem Klima-Soll er Referenz-Periode 1961 bis 1990 mit 112 l/m². Allerdings gab es in der räumlichen Verteilung erhebliche Unterschiede und als besonders trocken erwiesen sich mit 15 bis 30 l/m² Monats-Niederschlag dabei Teile Unterfrankens. Die Sonne schien im Freistaat im Juni mit rund 255 Stunden um 55 Stunden länger als im vieljährigen Mittel (Referenz-Periode 1961 bis 1990: 200 Stunden).






