43-Jähriger auf der A3 im Kreis Neumarkt gestoppt. Bei dieser Tour lenkte er seinen Sattelzug schon 24 Stunden fast ohne Unterbrechung.
(ty) Massive Lenkzeit-Überschreitungen haben Gesetzeshüter bei einem 43 Jahre alten Lastwagen-Fahrer festgestellt, den sie im Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz unter die Lupe genommen haben. Wie die Verkehrspolizei-Inspektion aus Regensburg berichtet, war der Mann am Montagvormittag auf der Autobahn A3 einer Kontrolle unterzogen worden, als er mit einem türkischen Sattelzug gerade 15 Tonnen Paprikaschoten transportierte. Als ihn die Beamten überprüften, hatte er seinen Kühltransporter "bereits 24 Stunden nahezu ohne Unterbrechung" gelenkt. Unter anderem stellte sich dann heraus, dass er nur wenige Tage davor sogar 32 Stunden fast nonstop hinterm Lenkrad gesessen hatte.
Zu den jüngsten Verstößen erklärt die Polizei, dass der 43-Jährige seine Tour am vergangenen Samstagmorgen um 1 Uhr in Kapikule an der türkisch-bulgarischen Grenze begonnen hatte. "Vor dem Abfertigen der Grenzpapiere stand er zuerst einmal 14 Stunden im Stau und fuhr alle halbe Stunde jeweils ein paar Meter weiter seinem Grenzübertritt entgegen." Nachdem er den Stau hinter sich gelassen hatte und nach Bulgarien eingereist war, hätte er den Angaben zufolge eine zehnstündige Ruhezeit einbringen müssen. "Stattdessen legte er erst richtig los und fuhr 18 Stunden lang durch Bulgarien und Ungarn bis nach Österreich."
Hier habe er sich eine Pause von 5,5 Stunden gegönnt. "Als er sich halbwegs fit fühlte, setzte er sich wieder ans Steuer und fuhr seinem Ziel Bremen entgegen", heißt es weiter. Bei der besagten Kontrolle am Montagvormittag im Landkreis Neumarkt stellten die Beamten fest, "dass er seine Lenkzeiten in den letzten vier Wochen regelmäßig massiv überschritten hatte". Ende Dezember habe er bereits 32 Stunden nahezu nonstop am Steuer gesessen: "Von Venlo in den Niederlanden bis nach Antalya im Süden der Türkei war er durchgefahren und hatte sich in diesem Zeitraum nur drei kleine Pausen gegönnt, von denen die längste gerade einmal 75 Minuten gedauert hatte."
Der Brummi-Lenker habe gegenüber den Beamten angegeben, dass ihn seine Firma zu den langen Lenkzeiten gedrängt habe. Von der in Izmir ansässigen Spedition sei eine Sicherheits-Leistung in Höhe von 6700 Euro verlangt worden. Gegen den 43-Jährigen habe zudem ein Strafverfahren eingeleitet werden müssen, so die Verkehrspolizei-Inspektion aus Regensburg: "Nicht wegen seiner extremen Lenkzeiten, sondern weil er bei der Kontrolle einen total gefälschten Gefahrgut-Führerschein vorgezeigt hatte." Der Sattelzug sei von den Beamten bis zur Rastanlage "Jura" begleitet worden. "Dort musste der Fahrer erst einmal eine längere Ruhezeit einbringen."





